Wir als Linke stehen mit Haltung, Mut und Zuversicht ein für eine solidarische und gerechte
Gesellschaft, die mit starken Gewerkschaften Rahmenbedingungen für gute Arbeit und gute Löhne
schafft und die an der Seite von Sozialverbänden niemanden in sozialer Not alleine lässt. Leistungen
der Grundversorgung gehören für uns konsequent in öffentliche Hand statt in jene von
Privatpersonen oder Aktiengesellschaften. Die soziale Ungleichheit, die der Kapitalismus produziert,
spaltet uns als Gesellschaft. Wir halten an der Idee fest, dass eine andere Welt möglich ist. Diese
andere Welt wollen wir auf demokratischem Wege erreichen - das ist unsere Vorstellung von
Sozialismus. Großen Reichtum wollen wir umverteilen – von oben nach unten. Die Orientierung an
der Würde des Menschen, an den Menschenrechten sowie am Völkerrecht leitet unser politisches
Denken und Handeln. Als Friedenspartei stehen wir für den Vorrang von Diplomatie, Abrüstung und
einen offenen und respektvollen Umgang miteinander. Frieden kann hier bei uns in Velbert
beginnen, an jedem Tag, in jeder Begegnung – mit Dir und mit Ihnen.
Antifaschismus und Frieden
Wir erleben 2025 eine aus den Fugen geratene Welt, in der internationales Recht gebrochen und mit
deutschen Waffen Kriegsverbrechen begangen werden. Komplexe außenpolitische Fragen lassen sich
nicht in der Kommunalpolitik klären. Viele Menschen fragen sich dennoch, was sie hier in Velbert tun
können, um sich für Frieden stark zu machen. Wir als Linke heißen Dich und Sie willkommen, sich
zusammen mit uns gegen Militarismus, Imperialismus, Nationalismus, Sexismus, Homo- und
Transphobie und den verstörenden Rechtsruck, der bis in die Mitte der Gesellschaft hineinreicht, zu
organisieren. Wir stellen uns aktiv der obsessiven Beschäftigung mit den Herausforderungen von
Zuwanderung, jeder Bestrebung von Ausgrenzung und Entrechtung von Migrantinnen und Migranten
sowie einem kompensatorischen Kult von Einheit, Stärke und Reinheit, der auf dem Rücken der
Schwächsten unserer Gesellschaft ausgetragen wird, entgegen. Nie wieder ist jetzt! Wir werden im
Stadtrat die mahnende Stimme für Toleranz und Vielfalt sein sowie dafür, dass es hier in Velbert und
darüber hinaus nie wieder Faschismus und autoritäre Strukturen geben darf. Wir fordern eine aktive
Erinnerungskultur hinsichtlich der Verbrechen des Nationalsozialismus, welcher auch hier bei uns in
Velbert über 170 Menschen das Leben gekostet hat. Die den Zeitzeugen nachfolgenden
Generationen stehen in der Verantwortung. Hierzu gehört aus unserer Sicht, einen Ort der
Erinnerung für die im Nationalsozialismus gefallenen Velberter Gewerkschafterinnen und
Gewerkschafter vor dem Gewerkschaftshaus zu errichten, weitere Stolpersteine zu verlegen und von
friedlichen antifaschistischen Initiativen zu lernen sowie diese aktiv zu fördern. Städtische Räume
dürfen Rechtsradikalen nicht überlassen werden.
Soziale Ungerechtigkeit
Soziale Ungerechtigkeit ist ein Ergebnis sozial ungerechter Politik! Lebensmittelpreise und Mieten
explodieren – das Bürgergeld geht in die Nullrunde, viele Lohnerhöhungen decken die Inflation nicht
ab und haben einen Reallohnverlust zur Folge. Es profitieren Großkonzerne und Aktionäre. In Velbert
leben etwa 1.500 Vermögensmillionäre. Dem stehen 3.600 Personen, die von Altersarmut betroffen
oder bedroht sind, sowie 3.000 arme und armutsgefährdete Kinder und Jugendliche gegenüber.
Alleinerziehend zu sein stellt ein massives Armutsrisiko dar. Besonders Frauen sind davon betroffen.
Bisherige Versuche, Armut abzumildern, etwa durch den Velbert Pass, wurden durch die
konservative Ratsmehrheit verhindert. Die Linke im Rat wird auch in Zukunft stets und in jeder
Hinsicht die soziale Frage stellen und auf Ungerechtigkeiten aufmerksam machen – weil Armut
beschämt, ausgrenzt und krankmacht.
Wohnen
Wohnen ist ein Menschenrecht. Bundesweit fehlen 5 Millionen Sozialwohnungen und die Mietpreise
explodieren. Durch Privatisierung von Objekten und von städtischen Bauflächen kommt es auch in
Velbert zu einem kaum tragbaren Anstieg der Mieten. Viele Menschen können sich ihre bestehenden
Wohnungen nicht mehr leisten oder finden erst gar keine bezahlbare Wohnung in der benötigten
Größe. In Velbert entfällt im Zeitraum 2017 – 2030 für insgesamt 565 Sozialwohnungen die
Mietpreisbindung. Dies ist nicht hinnehmbar! Neue Sozialwohnungen müssen her – zu Kaltmieten
unter 6 Euro je Quadratmeter. Bei künftigen städtischen Bebauungsplänen müssen bei Vergabe von
Grundstücken mindestens 60 Prozent Sozialwohnungen festgelegt werden. Dieser Wert von 60
Prozent Sozialwohnungen soll insbesondere für die städtische Wohnungsbaugesellschaft WoBau
gelten. Der barrierefreie Umbau von Wohnungen ist deutlich zu fördern – schon heute ist jede vierte
wohnungssuchende Person auf barrierefreie Räumlichkeiten angewiesen. Auf Kreis- und
Landesebene setzen wir uns dafür ein, dass auch nicht-städtische Vermieter hinsichtlich
Modernisierungen in die Pflicht genommen werden. Leerstand und Verwahrlosung von Objekten
wollen wir konsequent entgegenwirken. Wir setzen uns für eine Wohnungsplatzbörse ein, über die
Menschen, die zu große Wohnungen haben mit jenen, deren Wohnung zu klein geworden ist,
zusammengebracht werden und so ein Wohnungstausch ermöglicht wird.
Gesundheit und Pflege
Um die Gesundheitsversorgung in jedem Stadtteil sicherzustellen fordern wir eine systematische
Analyse der vorhandenen Ressourcen und Bedarfe sowie die Schaffung von dezentralen
Gesundheitszentren.
Pflegebedürftigen Menschen aller Altersgruppen verdienen würdige Unterbringung und Pflege. Mit
der Pleite des DRK-Seniorenheims am Wordenbecker Weg sind über 100 Pflegeplätze weggefallen.
Wir setzen uns für eine neue städtische Pflegeeinrichtung und eine flächendeckende ambulante
pflegerische Versorgung ein. Darüber hinaus wollen wir alternativen Wohnformen entwickeln, z.B.
Demenz-Wohngemeinschaften, Mehrgenerationenkomplexe oder Demenz-Bauernhöfe.
In geeigneten Bildungseinrichtungen auf dem Stadtgebiet ist die Ausbildung von Pflegefachkräften
aktiv zu fördern.
Velbert muss sich stärker in die Pflege- und Gesundheitsplanung, die auf Kreisebene stattfindet,
einbringen.
Familien
Im Alltag von Familien wird unsere Zukunft gestaltet. Kindertageseinrichtungen müssen kostenfrei
sein. Zu dem erfolgreichen Familienpunkt in Velbert-Mitte mit seinem Wohlfühlcharakter sowie
seiner Lotsenfunktion in alle Angebote der Familienförderung sollen Ableger in Neviges sowie in
Langenberg geschaffen werden. Wir brauchen mehr Familienhebammen, die junge Familien
präventiv unterstützen, sowie einen Baby-Besuchsdienst, welcher jeder jungen Familie
Unterstützungsangebote im jeweiligen Bezirk aufzeigt.
Kinder und Jugendliche
3.000 arme Kinder und Jugendliche in unserer Stadt schaffen unsere Probleme von morgen, denn
wer in Existenzangst und in sozialer Ausgrenzung aufwächst, wird später keinen angemessenen
Beitrag zu einer solidarischen Gesellschaft leisten können. Wir fordern gesellschaftliche Teilhabe für
jedes Kind und für jeden Jugendlichen: Kostenfreie Mittagessen in allen über die Mittagszeit
betreuenden Institutionen, kostenfreier offener Ganztag, ein tägliches tagesstrukturierendes
Ferienfreizeit- oder Ferienlernangebot für jedes Kind, die Stärkung von Jugendzentren sowie die
Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Städteplanung in den Bezirken.
Bildung und Kultur
Der Zugang zu Bildung und Kultur darf nicht von der sozialen Herkunft und den finanziellen
Möglichkeiten der Eltern bestimmt werden. Wir stehen ein für Schulen mit kostenlosem
Schulmaterial sowie einem umfassenden Angebot an Schulsozialarbeit - denn nur wenn Kinder und
Jugendliche ganzheitlich gefördert werden, können alle es schaffen, später Wirtschaft und
Gesellschaft positiv mitzugestalten. In allen städtischen Bildungseinrichtungen sind altersgestufte
Angebote der Menschenrechts- und Friedenserziehung und der gewaltfreien Kommunikation zu
schaffen. Gesellschaftliche und politische Bildung gehört verstärkt in das Programm der
Volkshochschule. Insbesondere Angebote der politischen Bildung und der Demokratieförderung
wollen wir kostenfrei gestalten. Die städtische Kunst- und Musikschule wollen wir in ihrer guten
Ausgestaltung erhalten. Die Vielfalt der Angebote in den Bezirken Neviges und Langenberg wollen
wir erweitern.
Mobilität
Als Linke setzen wir uns für kostenfreien öffentlichen Personennahverkehr ein. Wir machen uns stark
für einen Nachtbusverkehr, der Velbert-Mitte mit den anliegenden Großstädten Essen und
Wuppertal verbindet und für eine Schnellbuslinie von Velbert-Mitte nach Düsseldorf. Außerdem
wollen wir in jedem Bezirk Möglichkeiten des Car- und Bike- Sharings schaffen. Wir setzen den
bereits begonnen Weg des Ausbaus eines flächendeckenden Radwegenetzes auf dem gesamten
Velberter Stadtgebiet fort.
Sicherheit
Von anderen Parteien und Bürgern als Angsträume beschriebene Orte sind für uns solche, welche
insbesondere einer sozialen Hinwendung bedürfen. Wir setzen uns ein für einen mit Streetwork
verbundenen kommunalen Ordnungsdienst und für den Abbau von individuellen Problemlagen der
Bürgerinnen und Bürger auf den Straßen, statt diese mit Repression zu verdrängen. Letztere löst
keine Probleme, sondern verlagert sie – oftmals nur bis zum nächsten Tag an einen anderen Ort. Wir
stehen ein für die Sicherheit von Frauen vor Gewalt, insbesondere vor Partnerschaftsgewalt und
Femiziden und werden uns für den Ausbau der Plätze in Frauenhäusern stark machen.
Wirtschaft und Finanzen
Velbert ist verschuldet – wir sehen das und wir wollen Verantwortung übernehmen. Sparen an den
richtigen Stellen – nicht bei Jugend, Bildung und Soziales! Schulden zu tilgen ist machbar - durch eine
10% Vermögenssteuer für Superreiche. Wir setzen uns außerdem ein für die Reduzierung der
städtischen Vergabe von Prüfaufträgen an Privatfirmen. Energiekosten wollen wir durch die
Umstellung auf Photovoltaik, Wärmepumpen, Erdwärme, Windkraft, Biogaserzeugung, bessere
Gebäudedämmung und Fassadenbegrünungen senken. Wir stehen ein gegen den Bebauungsplan
Große Feld, welcher hohe Kosten in der Erschließung verursacht und wo fraglich ist, inwieweit er den
Bedarfen der Industrie entspricht. Mit uns werden brachliegende Industrieflächen in der Stadt
wieder aktiv beworben und nach Möglichkeit einer erneuten Nutzung zugeführt. Unsere vorhandene
Industrie – größtenteils Schlüssel- und Automobilzulieferungsindustrie - ist zu fördern und zu
erhalten. Daneben müssen wir innovative Unternehmen wie z.B. Start-Ups, Technologie- oder
Rechenzentren an den Standort Velbert holen. Dafür müssen entsprechende Rahmenbedingungen
geschaffen werden.
Bildung und Teilhabe sind die Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg der Zukunft. Somit setzen wir uns
ein für eine weitere Velberter Gesamtschule. Insgesamt 112 Schulabgänger, die 2025 ohne ein
Lehrstellenangebot in Velbert die Schule verlassen haben, verpflichten die Stadt aus unserer Sicht,
wenigstens 25 davon jährlich zusätzlich auszubilden - in der Verwaltung, bei den Stadtwerken, in den
Technischen Betrieben und in der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (WoBau).
Geflüchtete möchten wir verstärkt in den Arbeitsmarkt integrieren.
Wir werden in allen Belangen der Wirtschaftsförderung im Rat die beharrliche Stimme für eine
ressourcenschonende und soziale Wirtschaftsweise sein.
Umwelt
Auch unter dem Umweltaspekt wenden wir uns gegen den Bebauungsplan Große Feld. Bestehende
Freiflächen als Kältezonen gilt es zu erhalten. Wir als Linke prüfen im Sinne des Erhalts der Natur als
unserer Lebensgrundlage kritisch jede geplante Flächenversiegelung. Solartechnologie für Privatleute
soll ebenso gefördert werden wie jede weitere bauliche Veränderung zur Energieeinsparung. Wir
befürworten den Weg des Klimaschutzprogramms, die Stadtverwaltung auf den Weg der
Klimaneutralität zu bringen. Wir als Linke bleiben die starke Stimme dafür, dass ein echter und sozial
gerechter ökologischer Wandel nur durch eine Überwindung des Kapitalismus nachhaltig möglich
sein wird.
Stadtteilmanagement und Tourismus
Velbert hat mit dem beeindruckenden Mariendom, dem malerischen historischen Ortskern
Langenberg sowie dem Deutschen Schloss- und Beschlägemuseum und dem charmanten Platz am
Offers so Einiges zu bieten. Wir wollen angrenzende Gastronomie und Handel aktiv fördern und
kreativ und nachhaltig gemeinsam mit den Anwohnerinnen und Anwohnerin gegen jeden Leerstand
vorgehen.
Beteiligung
Viele Gruppen haben besondere Anliegen – Ältere Bürgerinnen und Bürger, Alleinerziehende,
Familien mit Kindern, Menschen mit Einschränkungen, Kinder und Jugendliche. Diese Anliegen
müssen von der Politik gesehen werden. Ihre Belange wollen und sollen sie auch selbst über
geeignete Plattformen und Angebote einbringen. Die Lebenserfahrung dieser besonderen Gruppen
wollen wir würdigen - und von ihnen lernen.
Digitalisierung
Der Ausbau eines funktionsfähigen, stabilen, schnellen und bezahlbaren Breitbandnetzes muss mit
allen Möglichkeiten vorangetrieben werden, um allen eine Teilhabe am digitalen Fortschritt zu
ermöglichen – im gewerblichen, privaten und schulischem Bereich.
Wir treten an mit fundierten Werten und Verantwortungsbewusstsein. Um gemeinsam im Rat ein
gutes Leben für alle Velberterinnen und Velberter zu gestalten - ein gutes Leben für alle!




