2001 hat der Bundestag die Beteiligung deutscher Soldaten am Einsatz in Afghanistan beschlossen. Damals wurde dieses Mandat von Politikern aller Couleur mit der Begründung gerechtfertigt; es handele sich nicht um einen Kriegseinsatz, sondern um die Herstellung und Aufrechterhaltung eines sicheren Umfeldes in Afghanistan.
Zehn Jahre danach sieht die Bilanz katastrophal aus. Nach UNO-Aussagen ist im letzten Jahr die Sicherheitslage noch einmal schlechter geworden. Dies betrifft auch das Gebiet um Kundus, wo Bundeswehrsoldaten – auch aus dem Kreis Mettmann - ihren Einsatzschwerpunkt haben.
Die Menschen in Afghanistan leben weiter in Angst und Ungewissheit. Die einzige Gewissheit in dieser Zeit: Immer wieder sind Tote zu beklagen. Bei den Zivilisten und bei den Soldaten.
Allein im Jahr 2010 starben 10.000 Menschen in Afghanistan. 2.271 NATO-Soldaten sind seit Beginn des Einsatzes ums Leben gekommen, darunter 45 Deutsche. Bis dato hat Deutschland 4,8 Mrd. Euro in „die Mission“ investiert, von denen gerade mal 1,6 Mrd. Euro in zivile Projekte flossen. Kampfeinsatz oder Wiederaufbau? In Anbetracht dieser Zahlen erübrigt sich die Beantwortung.
Inzwischen nennt auch Bundeskanzlerin Merkel das Kind beim Namen und spricht von Krieg.
Doch ob sie auch dazu gelernt hat wird sich zeigen, wenn Ende Januar im Bundestag die Entscheidung zur Verlängerung des Mandats der Bundeswehr fällt.
Und während wir gespannt auf die Abstimmung warten, bereiten sich im Kreis Mettmann wieder Soldatinnen und Soldaten des Feldjägerbataillons 252 aus Hilden auf ihren Einsatz vor. Ende Februar/Anfang März werden sich auf den Weg in Richtung Afghanistan bewegen.
Ihnen und ihren Familien wünschen wir, dass „wir“ sie bald wieder wohlbehalten und gesund nach Hause holen. Denn: Über 70 Prozent der Deutschen wollen diesen Einsatz nicht. Zeit das die Befürworter dieses Kriegseinsatzes sich endlich der Mehrheit im Lande zu beugen.
Raus aus Afghanistan – nicht irgendwann, sondern jetzt !