Empfänger von Sozial- oder Arbeitslosengeld II, Rentner und Alleinerziehende mit geringem Einkommen gehören zum Kreis der Anspruchsberechtigten, die gegen einen Obolus von 2 Euro bei der Monheimer Tafel Lebensmittel erhalten können. Regelmäßig nehmen Betroffene dieses Hilfsangebot in Anspruch, denn von dem Regelsatz müssen neben dem Kauf von Nahrungsmitteln auch Kosten für Bekleidung, Energie, Instandhaltung. Einrichtungs- und Haushaltsgegenstände, Gesundheits- und Hygieneartikel sowie Ausgaben für Fahrtkosten bewältigt werden. Wenn man dann bedenkt, dass der Regelsatz für Kinder unter 6 Jahren bei 215 Euro im Monat liegt (Kindergeld wird auf den Regelsatz angerechnet und nicht wie von vielen angenommen zusätzlich gezahlt), dann wird schnell klar, warum Betroffene die Tafel aufsuchen, um so besser über die Runden zu kommen. Und eigentlich sind sie für diese Hilfe auch dankbar. Vorausgesetzt sie erhalten für ihre 2 Euro auch „einen Korb“ voll Lebensmittel Wer dieses Angebot zweimal pro Woche einen Monat lang nutzt, zahlt insgesamt 16 Euro für „seinen Einkauf“. Aber vor allem in der kalten Jahreszeit macht das lange Stehen in der Schlange so manchem zu schaffen und er geht, bevor seine Los-Nummer aufgerufen wird.
Badi Özgültekin, Sprecherin der LINKEN in Monheim beklagt, dass es immer wieder vorkommt, dass Betroffene zwar die 2 Euro bezahlt haben, aber am Ende den Heimweg ohne Lebensmittel antreten. Und das nicht nur, weil sie die Kälte vertrieben hat.
„Viele Menschen müssen sich erst überwinden, dieses Hilfsangebot wahrzunehmen. Doch wenn am Ende des Monats das Geld knapp wird und auch noch Kinder im Haushalt leben, dann nimmt so mancher seinen ganzen Mut zusammen und geht zur Tafel, zahlt 2 Euro, erhält eine „Los-Nummer“ und wartet geduldig in der Schlange. Doch wenn man Pech hat und alle Lebensmittel ausgegeben sind, bevor man an der Reihe war, geht man mit leeren Händen nach Hause. Schlimm genug. Doch, dass in solch einem Fall, die Betroffenen nicht einmal ihre 2 Euro zurückbekommen ist ein Skandal“, so Badi Özgültekin. „Dies muss dringend geändert werden. Denn wer wenig Geld zur Verfügung hat, der weiß, dass man mit jedem Cent rechnen muss.“
Aber es gibt noch einen weiteren Missstand, so Özgültekin. Mehrfach haben ihr Betroffene berichtet, dass abgelaufene Waren ausgeben wurden. Da wehrt die Freude über die erhaltenen Lebensmittel nicht lange. „Auch wenn wir die ehrenamtliche Tätigkeit der Tafel zu schätzen wissen, ist es für uns ein Anliegen, dass die Betroffenen mit einem guten Gefühl – so weit dies möglich ist – den Weg zur Tafel und wieder nach Hause gehen.“